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Was versteht man unter „UX-Testing“?

von | 22. Apr 2022

Sie wissen bereits, dass die User Experience für ein gutes Produkt grundlegend wichtig ist? Sie fragen sich, wie die User Experience, kurz UX, getestet und verbessert wird? Dieser Grundbegriffe-Artikel liefert Ihnen klare und verständliche Antworten.

Wir klären für Sie die folgenden Fragen:

  • Was genau ist ein UX-Test?
  • Warum ist UX-Testing für Ihr Produkt so wichtig?
  • Wie erreichen Sie möglichst effektives UX-Testing?

Nach dem Lesen haben Sie ein ganz klares Bild darüber, wie UX-Tests aussehen und was Sie Ihnen für Vorteile in der Produktentwicklung bieten.

 

Definition UX-Testing

Eine kurze Auffrischung: Unter der User Experience, oder kurz UX, versteht man laut DIN EN ISO 9241-210 „die Wahrnehmung und Reaktion einer Person auf die Nutzung bzw. die erwartete Nutzung eines Produkts“.

UX-Testing nennt man die Durchführung von einem oder mehreren Tests, um die User Experience eines Produkts mit echten Nutzern zu überprüfen. Es wird also evaluiert und messbar gemacht, wie Nutzer auf ein Produkt reagieren.

Das wohl häufigste Ziel des UX-Testings ist die Ableitung datenbasierter Verbesserungsvorschläge für das eigene Produkt. Die Daten, die Sie in Ihren Tests gewinnen werden, werden dann durch einen UX-Designer in ein nutzerfreundlicheres Design „übersetzt“. So kann ein Produkt mit messbar gesteigerter UX entwickelt oder ein bereits bestehendes Produkt merklich gegenüber seinen Vorgängern verbessert werden.

Dabei muss nicht immer ein fertiges Produkt getestet werden – wir empfehlen sogar genau das Gegenteil. Oft werden während dem UX-Testing frühe Prototypen eines Produkts oder einer Software auf Konzeptebene evaluiert. Das kann durch quantitative Methoden, aber auch durch qualitative Interviews passieren. Ein Mix beider Methoden kann hier oft die besten Ergebnisse liefern.

Dabei passiert der Vorgang meist iterativ mit dem Ziel, bei jedem Durchlauf ein verbessertes Produkt zu erlangen. Beginnen Sie möglichst früh im Entwicklungsprozess mit dem UX-Testing und lassen sich Ihre Prototypen für die Iterationen kostengünstig und schnell anpassen. Das spart Zeit und vor allem Geld.

 

Usability und User Experience Testing – gehört das zusammen?

Während das Usability Testing zum Ziel hat, die sichere und effektive Nutzung eines Produkts zu evaluieren, liegt beim UX-Testing der Fokus auf dem Nutzererlebnis und der subjektiven Wahrnehmung. Eine gute Usability gilt als Grundlage für eine gute UX. Ein Produkt, dass sich umständlich, uneffektiv und im Schlimmstfall sogar mit Sicherheitsrisiken bedienen lässt, wird nie ein positives Nutzererlebnis hervorrufen können. Ausnahme: Scherzartikel wie Fingerfallen.

Streng genommen können Usability Testing und User Experience Testing zwei eigenständige Prozesse sein. In der Praxis allerdings wird beides kombiniert, da UX und Usability sich gegenseitig beeinflussen. Um ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln, sollten Sie also Usability und User Experience Testing gemeinsam betreiben.

 

Warum ist UX-Testing so wichtig für das eigene Produkt?

Wie Nutzer auf Ihr Produkt reagieren, können Sie nicht erraten. Entsprechend müssen Sie die User Experience testen. Potenzielle Kunden setzen eine gute UX mittlerweile voraus, da sie von Technik- und Softwareprodukten umgeben sind, die hier viel leisten und die Messlatte entsprechend hoch setzen. Durch die schnelle technische Entwicklung werden Kunden immer anspruchsvoller und was gestern noch Alleinstellungsmerkmal eines Produkts war, ist heute Grundvoraussetzung.

Ohne UX-Testing wird es für Sie unmöglich, die UX gezielt zu verbessern und so der Erwartungshaltung der Nutzer zu entsprechen. Mit UX-Testing haben Sie klare Messwerte über die UX Ihres Produkts und somit auch klare Ansatzpunkte für Verbesserungen. Dabei können schon kleine Gruppen an Nutzern eine Menge Fehlerpotenzial Ihres Produkts aufdecken. Für Ihr UX-Design gilt also, was die Nielsen Norman Group so passend in Worte fasste: „[…] any data is better than not data“ (source).

Haben Sie durch das UX-Testing wichtige Daten über die Wahrnehmung der Nutzer gesammelt, können Sie Produktentscheidungen anhand dieser Daten treffen und müssen sich hier nicht mehr auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Auch die Argumentation gegenüber Dritten für diese Entscheidungen wird sehr erleichtert, wenn Sie diese mit den Daten aus Ihren Tests untermauern können.

Ein Drittel der IT-Entwicklungsteams erfährt viele Probleme der eigenen Produkte erst durch den Endnutzer (source). Das kann durch früh in den Entwicklungsprozess eingebundenes UX-Testing vermieden werden. Vor der Markteinführung Ihres Produkts können Sie aus negativem Feedback lernen, ohne große Kosten und Imageverlust.

Ist ein Produkt erst auf dem Markt und offenbart erst hier essenzielle Probleme der User Experience, die Sie in schlechten Bewertungen oder einer sehr hohen Zahl an Supporttickets zurückgemeldet bekommen, so sind Maßnahmen zur Verbesserung weitaus teurer als noch vor der Markteinführung. Auch einen schlechten Ruf Ihres Produkts können Sie durch früh eingebundenes UX-Testing und UX-Design vermeiden. Ihr Mindset hier: „Lieber bekomme ich ungemütliches Feedback an einem Zeitpunkt, an dem ich es problemlos, effizient und kostengünstig umsetzen kann als nach Markteinführung, wenn jede Produktanpassung ein Vielfaches kostet“.

 

Wie erreichen Sie zielführendes und gutes UX-Testing für Ihr Produkt?

Wollen Sie ein möglichst zielführendes und pragmatisches UX-Testing, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten:

  • Testen Sie mit echten Nutzern. Um auch valide Ergebnisse über die User Experience Ihres Produkts zu erhalten, müssen Sie mit Nutzern aus der richtigen Zielgruppe testen. Seien Sie zudem offen, zuvor angedachte Zielgruppen auszuschließen und dafür neue zu gewinnen. Auch hier kann UX-Testing unerwartete und sehr nützliche Erkenntnisse liefern.
  • Testen Sie iterativ. Die UX Ihres Produkts sollte in jeder Iteration angepasst und verbessert werden, um dann wieder mit der Zielgruppe getestet werden zu können. Hier gilt: umso früher im Entwicklungsprozess, um so einfacher und günstiger sind die Anpassungen an den benötigten Prototypen für das Testing durchzuführen.
  • Messen Sie, was essenziell ist. Das Augenmerk auf die wichtigsten Bedienschritte zu legen ist sehr wichtig für das UX-Testing. Sortieren Sie die zu testenden Bedienschritte nach Wichtigkeit und Häufigkeit. Funktionieren diese fehlerfrei und verschaffen diese den Nutzern ein positives Nutzererlebnis, haben Sie das Fundament für ein erfolgreiches Produkt gelegt.
  • Arbeiten Sie interdisziplinär. Wenn eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine entworfen werden soll, brauchen Sie sowohl Experten für die menschliche Interaktion mit dem Produkt (Psychologen, Soziologen, Anthropologen) und Experten für die technische Gestaltung der Schnittstelle (Ingenieure, UX-Designer).

Wie wir UX-Tests angehen und was Sie bei uns bekommen, erfahren Sie hier.

Wenn Sie sich einen Überblick über die verschiedenen UX-Testing Methoden verschaffen wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel „Was sind UX-Testing Methoden und wie unterscheiden sie sich?„.

 

Fazit

Mit UX-Testing lässt sich die User Experience des eigenen Produkts messbar machen und entsprechend messbar verbessern. Dabei sollte mit echten Nutzern aus der richtigen Zielgruppe getestet werden, um valide Ergebnisse zu erhalten. Je früher Sie die Tests in Ihren Entwicklungsprozess einbinden können, desto besser.  

Haben Sie bereits Erfahrungen mit UX-Testing sammeln können? Gerne können Sie uns Ihre Erfahrungswerte in den Kommentaren mitteilen oder sich über unser Kontaktformular bei uns melden. Wir freuen uns auf Sie.

 

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